Die Causa Böhmermann

Mann kann ich mögen oder auch nicht, den Jan Böhmermann. Oder ihn auch überhaupt nicht kennen. Nachdem der türkische Präsident – auch über ihn darf man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Aber was momentan in der Presse über Böhmermanns Satirebeitrag und der angeblichen politischen Brisanz geschrieben wird ist schon ein wenig übertrieben. In Zeiten von Flüchtlingen und Panama Papers scheint das Thema allerdings sehr willkommen. Erst recht wenn es gegen die Türkei und gegen Merkel und ihre Flüchtlinge geht. Der Deutschlandfunk hat die entsprechende Passage, um die es geht, dokumentiert. Und schon kann man sich sich seine eigene Meinung bilden: Link.

Prosit Neujahr mit Paukenschlägen

Das Jahr fängt interessant an:

Schwarz-Gelb ist die erfolgreichste Regierung Europas

zitiert der Spiegel Horst Seehofer aus einem Interview der „BILD am Sonntag“. Die Regierung habe die größte Wirtschafts- und Finanzkrise der Nachkriegszeit am besten gemeistert. Momentaufnahme und was sagen unsere europäischen Freunde dazu?

Der Druck auf Westerwelle wird immer größer. Der FDP droht mittelfristig an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bringt nun nun einen Königsmörder ins Spiel. Generalsekretär Lindner soll nun Nachfolger von Westerwelle werden. Meldet zumindest der Spiegel. Lindner ist qausi der Ziehsohn von Westerwelle. Was ist schlimmer? Als Ziehsonn von Westerwelle gelten oder zu jung zu sein um die FDP zu führen?

Ralf Rangnick ist nicht mehr Trainer Fußball-Aushängeschild der Metropolregion, der TSG Hoffenheim. Der angebliche Grund: Der sofortige Wechsel von Luiz Gustavo zum FC Bayern München. Deswegen ging dann auch der Trainer. Für Fußballkenner der Region ein nicht unbedingt überraschender Abgang. Rangnick wird einen anderen Verein finden und nach oben führen. Ob es beim nächsten Mal für ihn für ganz oben reicht? Ich hab da meine Zweifel. Der Nachfolger Marco Pezzaiuoli passt zumindest in das Konzept der TSG. Siehe z. B. Meldung des Kicker.

Jugendliche ohne Berufsabschluss – Handlungsempfehlungen für die berufliche Bildung

Bei uns in Deutschland besitzen ca. 1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluß. Das sind rund 15 Prozent der Jugendlichen. In Zeiten des demografischen Wandels in Verbindung mit Fachkräftemangel eigentlich ein Unding. Doch die Öffentlichkeit sieht etwas anders – und glaubt folglich auch etwas anderes. Der freiwillige Ausbildungspakt zwischen Industrie und Bund sorgte letztes Jahr für 86.500 neue Ausbildungsplätze. Angeblich konnte jedem ausbildungswilligen und fähigen (schon allein diese zwei Einschränkungen müssten einen hellhörig machen!) Jugendlichen ein Angebot auf Qualifzierung. Und genau das ist die Krux: Den zum Stichtag 30.09. eines Jahres stimmt diese Aussage: Denn die Jugendlichen, die bis dahin keine vollqualifizierte Ausbildung gefunden haben, werden in teilqualifizierte Bildungsgänge des sogenannten Übergangssystem geparkt. Dass diese mit einer teilqualifizierten Ausbildung schlechtere Chancen auf entsprechend Arbeitsplätze haben, größere Gefahren der Arbeitslosikgeit ausgesetzt und später für ihre Rente nicht selbst vorsorgen konnten, bleibt außen vor. Chancengerechtigkeit ist von Teilen der Industrie und Regierung scheinbar nicht gewollt.

Friedrich-Ebert-Stiftung (*pdf)

Kommunal- und Europawahl in Mannheim

Wie so oft beweisen die Mannheimer Wähler und Wählerinnen dass sich nicht mit dem Rest Baden-Württembergs und erst recht nicht mit dem Rest Deutschlands zu vergleichen sind. Vielleicht hat die SPD die CDU wieder als stärkste Kraft im Stadtrat abgelöst. Begrüßenswert: Rechtsextreme Parteien scheitern wohl wieder deutlich.

Ergebnisse/Hochrechnungen zu Europawahl und Kommunalwahl.

Bestreikung Mannheimer Kindergärten

Auf dem Weg zur Abschlußkundgebung vom Bürgerhaus Neckarstadt über die Mittelstraße (Bild hier) zum Paradeplatz. Ich solidarisiere mich hiermit mit den Forderungen der ErzieherInnen unserer Kinder. Mehr Infos bei ver.di

Foul des Mannheimer Morgens: Mehrheit für Kameras in Mannheim

mamo_2009_05_05

Zur Zeit läuft der MM-Bürgerbarometer, d. h. die Mannheimer Bevölkerung wurde zu  aktuellen lokalpolitischen Themen befragt. Heute die fette Überschrift:

Mannheimer wollen mit Videokameras und Personenkontrollen Gewalt an Schulen verhindern – Mehr Überwachung gefordert

und auf Seite 1:

Mehrheit für Kameras

Die Frage an 1016 Mannheimer lautete:

Sollte es an den Schulen erlaubt sein, ihr Gelände mit Videokameras zu überwachen oder sollte dies nicht erlaubt sein?

Antworten: weiß nicht (3), sollte erlaubt sein (71), sollte nicht erlaubt sein (26).

Außerdem:

Was meinen Sie, sollte es an den Schulen Kontrollen geben, damit keine fremden Personen das Schulgelände betreten?

Antworten: weiß nicht (2), sollte es geben (70), sollte es nicht geben (28).

Sorry liebe einzige Mannheimer Tageszeitung. Zu diesem aufreißerischen Schluß komme ich mit diesen Fragen nicht.  Wollt ihr Eure LeserInnen für dumm verkaufen? Oder will da jemand wieder mal die Auflage künstlich hochtreiben?

Nein zu Block 9 liebe MannheimerInnen

Auf dem Blog von Sjörn Plitzko bin ich auf den Link zum Bürgerbegehren des Bündnisses „Nein zu Bock 9“ gestoßen. Und auch ich will alle Mannheimer und Mannheimerinnen aufrufen, ihre Unterschrift zu leisten.

Unterschreiben gegen den Neubau des Blocks 9 des Kohlekraftwerkes darf jeder EU-Bürger über 18 Jahre, der seit drei Monaten in Mannheim seine Erstwohnsitz gemeldet hat. Das Bürgerbegehren läuft bis zum 04. August.

Argumente für und gegen den Neubau sind genügend ausgetauscht. Wenn Du gegen den Neubau bist und Du an deine Gesundheit und deine Zukunft denkst: Unterschreibe!

Kein neues Kohlekraftwerk in Mannheim!

Die Initiative Klima und Energie Mannheim (IKEMA) ruft am 24. Mai zu einer Demo im Mannheim-Neckarau auf.

Für ein bis zwei Milliarden Euro wollen RWE, EnBW und MVV das bestehende Kohlekraftwerk „zukunftssicher“ machen und ein neuen neuen Block 9 mit 900 Megawatt Leistung erbauen. Das hieße 3 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich. Angeblich musss der Block zur Energiesicherheit wegen des Ato mausstieges erbaut werden. Dass hierfür aber die Bevölkerung in der Metropolregion zusätzlich verpestet werden, scheinen RWE, EnBW und MVV nicht zu interessieren.

Leider hat sich unser Oberbürgermeister Kurz, den ich im übrigen sehr schätze, für den Ausbau des Kraftwerks ausgesprochen. Kurzfristig mögen für ihn die Arbeitsplätze zählen, nur die Langfristigkeit hat er anscheinend nicht bedacht. Mannheim wird die Wende zur Energiesicherheit mit einem Neubau eines Kohlekraftwerks nicht schaffen und wird um Jahre zurückgeworfen. Anstatt neuer zukunftsorierientierte Arbeitsplätze zu schaffen, werden alte Arbeitsplätze ohne Zukunft am Leben erhalten.

Wir müssen weg vom dezentralen Stromnetz und weg von der zentralen Energieversorgung. Das geht nicht mit Kohle. Auch wenn es die großen Stromversorger so natürlich nicht sehen wollen. Denn damit verdienen die weniger Geld und verlieren langfristig ihre Macht.

Auf die Straße Bürger und Bürgerinnen Mannheims, nicht mit uns!

Die Sportstadt Stuttgart lebt – ohne die Stuttgarter Kickers (?)

Stuttgart. 600.000 Einwohner, Landeshauptstadt und politsches Zentrum des Landes Baden-Württemberg. Stuttgart, selbsternannte Sportstadt. Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006, Leichtathletik-Europameisterschaft 1986 und Europameisterscfhaft 1993, Turn-Weltmeisterschaft 2007, Straßenrad-Weltmeisterschaft, Handball-Weltmeisterschaft. Zahlreiche Erstligisten – vom Deutsche Fußball-Meister VfB Stuttgart bis zum Wasserball-Team SV Cannstatt – sind hier beiheimatet.

Die Stadt Stuttgart hat also ein Herz für ihren Sport. Meint man eigentlich zu glauben. Doch das scheint nicht mehr ganz der Wahrheit zu entsprechen. Der Deutsche-Fußballmeister VfB Stuttgart ist nicht fähig ein eigenes Stadion zu finanzieren, also macht der Stuttgarter Großkonzern Daimler-Benz seine Schattulle auf und sponsert den Stadionausbau. Jahrzehntelang schuften sich die Mitarbeiter am Fließband einen ab, müssen Kürzungen um Kürzungen über sicht entgehen lassen und nun Verständnis für solche Sponsoringmaßnahmen akzeptieren. Dass dafür die Leichtathletik in diesem Stuttgarter Großstadion auf der Strecke bleibt, ach, was soll’s. Damit kann sich die Stadt Stuttgart ja den Ruf als Sportstadt nicht verlieren.

Es gibt in Stuttgart auch noch andere Vereine. Die sogar älter und einmal erfolgreicher als der glorreiche Aushängeschild der Stadt Stuttgart waren. Dieser Verein trug stolz die Stadt Stuttgart in die Welt. Hatte ein für die damalige Verhältnisse ein modernes und großes Fußballstadion. Doch die Stadt Stuttgart wollte nur ein Großstadion bauen, ließ darin den kleinen Verein VfB Stuttgart spielen. Musste dem älteren Verein sogar sein Herz, sein eigenes Vereinsgelände, größtenteils zerreißen um den Stuttgarter Fernsehturm erstehen zu lassen um die Größe und Modernität Stuttgarts zu zelebrieren.

Heute ist den Stuttgarter Nachrichten zu entnehmen, dass das Sportamt Stuttgart die Stuttgarter Kickers auffordert, sich nach einer Alternativ-Spielstätte umzuschauen. “Die Stadt will unsere sportliche Entwicklung abwarten und versucht die Modernisierungsmaßnahmen um ein Jahr aufzuschieben”, sagt Eichelbaum. “Dann könnten wir nicht einmal in der vierten Liga im Gazistadion auf der Waldau spielen.” Eine Ausnahmeregelung soll es nicht geben. Eichelbaum: “Einen Aufschub wird der DFB in Deutschlands reichster Großstadt nicht tolerieren.”

Ja, die Stuttgarter Kickers sind finanziell am Boden. Jahrelange Mißwirtschaft kostet ihren Tribut. Doch die Stuttgarter Kickers gehören zur Stadt Stuttgart. Fast dreitausend Mitglieder sind dem Verein trotz allem treu. Tausende Jugendliche spielen dort Fußball und lernen für ihr Leben. Lernen sich durchzuboxen, wie z. B. auch Jürgen Klinsmann das gelernt hat.  Dreitausend Zuschauern kommen Woche für Woche in ein Fußballstadion ohne jeglichen Komfort, zu einem qualitätsmäßigem eher dürftigen Fußballspiel gegen unattraktive Gegner. Nur aus einem Grund: Weil ihr Herz an diesem Fußballverein hängt. Der Sportstadt Stuttgart sind die Stuttgarter Kickers offensichtlich keine Herzensangelegenheit. Eine Sportstadt fixiert sich auf den Profi-Fußball in der Bundesliga. Breitensport scheint ihr nicht mehr ins Portfolio zu passen. Dass München, Frankfurt, Hamburg oder Berlin mit mehreren Vereine im Profifußball vertreten sind, scheint für die Stadt Stuttgart keine Argument zu sein. Die Sportstadt Stuttgart lebt. Noch.

„Scheiß Deutscher“ bald Volksverhetzung?

Untenstehene Meldung ging grad über diverse Nachrichtenticker. Ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll. Die Türkei unter anderem wegen ihren „Türkenparagraphen“ (Beleidigung des Türkentums verboten) nicht in der EU haben wollen, aber in Deutschland das gleiche einführen wollen. Das verstehe wer will.

„Volksverhetzung“

Minister will „deutschfeindliche“ Beschimpfungen bestrafen

Berlin (ap) – Der baden-württembergische Bundesratsminister Wolfgang Reinhart will Schimpfworte wie „Scheiß-Deutscher“ als Volksverhetzung bestrafen. „Diesen jugendlichen Gewalttätern muss klar gemacht werden, dass deutschfeindliche Äußerungen, die den inneren Frieden stören, Strafe nach sich ziehen“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung.

Er wolle deshalb eine Gesetzesinitiative ausarbeiten, mit der ein „griffiges Instrument“ geschaffen werde, um solche Entgleisungen zu verhindern.
„Dabei muss aber der Schutz der Meinungsfreiheit als hohes Gut gewahrt bleiben“, sagte Reinhart.

Bislang könne nach dem Strafgesetzbuch nur bestraft werden, wer „zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt“. Dagegen könnten „Hasstiraden, die sich gegen alle Deutsche“ richteten, nicht sanktioniert werden.